UTVÆR – SOLUND
Ohne den festen Boden unter den Füssen nicht zu verlieren, können Sie sich an keinem Ort Norwegens westlicher befinden als hier. Heute gibt es keine fest ansässigen Leute mehr in Utvær, allerdings werden Sie im Leuchtturm immer jemanden antreffen. Um nach Utvær zu kommen, müssen Sie ein Boot benützen. Eigenes Boot oder lokale Taxiboote? – Sie haben die Wahl. Es existiert eine ganzjährige Handelsroutenverbindung von Kolgrov aus. Während der Sommersaison ist eine lokale Personenfähre mit Abgängen von Hardbakke, Eivindvik und Korssund eingesetzt.
 
Naturschutzverordnung
Die Verwaltung des Bezirks Sogn und Fjordane hat verordnet, dass Utvær als Naturreservat anzusehen ist. Dies umfasst die Inselgruppe Utvær und das angrenzende Meeresgebiet. Die Insel Utvær selbst, nebst umgebendem Meeresgebiet, ist von dieser Verordnung ausgenommen. Das staatliche Denkmalschutzamt hat einen Vorschlag zur Anhörung eingereicht, den Leuchtturm unter Denkmalschutz zu stellen.
 
St. Sunniva und die Kapelle von Utvær
Südlich der existierenden Siedlung befand sich im Mittelalter eine Kapelle. Wann genau die Kapelle erbaut wurde ist ungewiss. Die ersten schriftlichen Quellen, die die Kapelle erwähnen, stammen aus dem Jahre 1320 (Bjørgynar Kalveskinn). Durch Geschenke und den Zehnten hatte die Kapelle Einnahmen und im 17. Jahrhundert besaß sie 15 Kühe und 27 Schafe, die alle verliehen wurden. Im späten 17. Jahrhundert wurde die Kapelle von Utvær von schottischen Seeräubern geplündert.
 
Die aus Holzbohlen erbaute Kapelle war ca. 7,5m lang und 6,3m breit und hatte etwa 120 Sitzplätze. Die aus dem Jahre 1641 stammende Glocke der Kapelle ist jetzt im Museum Heibergske Samlinger in Kaupanger zu besichtigen. In der Kapelle wurden pro Jahr vier Gottesdienste abgehalten, und der Pfarrer musste mit dem Boot von Eivindvik aus anreisen. Wegen des harschen Klimas geschah es öfters, dass der Pfarrer auf den inneren Inseln ausharren musste, bis sich das Wetter wieder besserte. Ende 1718 wurde die Kapelle nach Husøy verlagert und als die Kirche von Straumen Ende des 19. Jahrhunderts eingeweiht wurde, wurde die Kapelle abgerissen.
 

Erbaut: 1900
Kostenpunkt: NOK 165.000,-
Inbetriebnahme: 15.09.1900
Leuchtfeuerlieferant: Barbier, Paris
Lage: 18 Meter über dem Meer
Turmhöhe: 31m
Reichweite: 32 km
Signal: alle 30 Sekunden


 
Zerstörung im Krieg:
Im Februar 1945 fiel der Leuchtturm einem Flugzeugangriff der Alliierten zum Opfer. In den Jahren 1948 bis 1952 wurde er dann wieder aufgebaut. Die Gebäudekonstruktion wurde gegenüber dem ursprünglichen Leuchtfeuer abgewandelt, und der „Balkon“ an der Spitze wurde um ein Stockwerk verkleinert.